Weihnachtsgeschichte.
wenn man sich etwas von ganzem herzen wünscht, dann geht es nicht in erfüllung. als kind wünschte ich mir zu weihnachten einmal ein fahrrad, aber ich bekam eine zahnspange. ich wollte einen swimmingpool mit überdachung wie bei meinem schulkollegen zuhause, aber ich bekam ein aufblasbares kinderbad mit luftpumpe, das man noch dazu nur im freien und lediglich bei entsprechenden temperaturen einsetzen konnte. ich wünschte mir einen kampfroboter mit fern- gesteuerter zielautomatik und sound, und ich bekam einen kater. der hatte weder laserkanonen noch zielautomatik. das einzige, was einer waffe nahe kam war sein permanenter gestank. ich entwickelte jedoch aus meiner anfänglichen abneigung gegen dieses atmende geschenk jedoch schlagartig ein tief empfundenes mitgefühl, als dieser zum tierarzt musste, um sich kastrieren zu lassen.
obwohl ich aufgrund meines zarten, unschuldigen alters die volle tragweite dieser operation noch nicht verstand, weckte die erklärung meiner eltern blankes entsetzen in mir. die vorstellung, das irgendwer in dieser doch sehr sensiblen gegend mit einem scharfen gegenstand etwas entfernt, war nun doch nicht so ganz meiner vorstellung von einem gelungenen tag oder gar einem erfüllten leben entsprechend. nunja, wie auch immer, das katerchen wurde seiner kronjuwelen beraubt und ich bemerkte nach seiner rückkehr aus dem schlachthaus eigentlich gar keinen grossen unterschied, mal abgesehen davon, dass er sich nur mit mühen auf seinen beinchen halten konnte. mir wurde erklärt, dass dieses verhalten auf die «narkose» zurückzuführen sei, und um meine offensichtliche unwissenheit nicht weiter preiszugeben, hakte ich nicht weiter nach und gab mich der belustigung des herumtorkelnden katers hin.
als ich am ein wenig später mit meiner mutter im einkaufszentrum war, sah ich einen mann, dessen gangart mich unwillkürlich an die des narkotisierten katers erinnerte. ich fragte meine mutter, ob dieser mann auch kastriert worden war. sie verneinte dies und konnte sich ein leichtes grinsen nicht verkneifen. männer werden nicht einfach kastriert, sagte sie. aber wenn ein mann zuviel glühwein trinkt, dann wird er vorübergehend so, wie wenn tigerli, so hiess nämlich der kater, nachdem er kastriert wurde. nämlich narkotisiert.
heute, auf dem boden der ernüchterung angelangt, hat man seine wünsche so weit geändert, dass man sie erreichen kann und so keine frustration mehr aufgrund unerfüllter wünsche auftreten kann. ich will keine beantwortung ungeklärter fragen. ich will polyphone klingeltöne!
Mein Versuch, unbefangen einem Konzert des Wu Tang Clans beizuwohnen und dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen.
Ist gründlich misslungen. (Aber das Bier war okay, dort.)
Immer nur Motzen
Ja, ich weiss, ständig motze ich nur rum. Aber eins muss einfach mal wieder gesagt werden: Coldplay ist immer noch eine echt beschissene Band. So.
Aufregen tu ich mich oft über die kleinen Dinge.
Zum Beispiel darüber, dass Google ein neues, unpassendes, hässliches Favicon hat.
(Nein, echt, ohne Scheiss jetzt)
Die Open-Air-Saison hat begonnen…
…und irgendwie fühlt sich mein Schädel noch heute Dienstag an wie Birchermüesli. Und das, obwohl ich es nicht mehr wagte, die ganzen drei Tage des mit Abstand gemütlichsten Open-Airs der Schweiz (mit der konkurrenzlos hässlichsten Webseite) durchzumachen. Entweder ich werde alt oder bin ein Weichei. Ziemlich sicher aber beides…
Gopfertami, Open Air St. Gallen
Liebes Open Air Sankt Gallen.
Deine neue Webseite ist scheisse. Ich habe nun Genickschmerzen.
Liebe Grüsse
Michi-R.
P.S.: Das Line-up geht in Ordnung. (Genickschonender Link-Tipp)
Mal wieder Musik: die Neue von Nick Cave
Die neue Platte von Nick Cave & the Bad Seeds (mit ordentlichem Porno-Oberlippenschnauz, hell yeah!) nennt sich “Dig, Lazarus, Dig!!!” und läuft bei mir im Moment rauf und runter. Hörprobe gibt’s bei Youtube.
Religiöse Flugblätter
Gestern hat mir am Bahnhof eine Dame mit Rock und funkelnden Augen einen Flyer in die Hand gedrückt. Darauf stand in blutroten Lettern: “Selbstmord? Nach der Tat gehts weiter!”. Darunter ein Photo eines Business-Man, das Gesicht verzweifelt in den Händen versunken, ein Galgenstrick an der Decke. Die sich mir kurz stellende Frage, ob ich denn besonders Selbstmordgefährdet aussehe verflog bald wieder, denn ein Blick zurück verriet: die verwirrte Frau deckte einfach wahllos jedermann mit besagtem Flyer ein. Der mit Bibelzitaten gespickte Text hatte in etwa folgende, zugegeben wenig überraschende Grundaussage: Bringe dich nicht um mein Sohn, denn Gott mag das nicht und schickt dich in die Hölle, wo du in alle Ewigkeit Höllenqualen erleiden musst, und so weiter und so fort. Irgendwie entlarvend für diese Leute: Nicht all die schönen Dinge, die Freuden des Lebens sind die besten Gründe gegen Selbstmord – vermutlich weil viele dieser Freuden angeblich von Gott auch nicht gerne gesehen werden und ebenfalls zu ewigen Höllenqualen führen – sondern die schiere Angst, in alle Ewigkeit vom Teufel gefoltert zu werden.
Schauspieler.
Bis zum heutigen Tag bin ich felsenfest davon überzeugt, dass der “Präsident” Afghanistans, Hamid Karzai, eigentlich nur der Schauspieler Ben Kingsley in seiner überzeugendsten Rolle ist.